Autor:in:
Stephan Roth | oose eG | Germany
Sprache:
deutsch
Zielgruppe:
Systems Engineers, Systemarchitekten, Produktverantwortliche, CTO
Voraussetzungen:
keine speziellen Voraussetzungen erforderlich
Überblick und Zusammenfassungen:
Das Versprechen von Model-Based Systems Engineering (MBSE) klingt vertraut: ein zentrales Systemmodell als sogenannte „Single Source of Truth“, also als die zentrale Datenquelle in der Entwicklungsorganisation, die ausnahmslos alle Engineering-Disziplinen miteinander verbindet. Diese Vision existiert schon seit Jahrzehnten, doch in der Praxis blieb dieses Versprechen meistens unerfüllt. Die Modellierungssprache Systems Modeling Language (SysML) Version 1, die im Jahr 2007 das Licht der Welt erblickte, war zwar mächtig genug für Systemmodelle mit beeindruckenden Diagrammen, aber zu schwach für das, was MBSE wirklich ausmacht: ein semantisch reiches, maschinenlesbares Modell eines zu entwickelnden Systems oder Produkts, das ausnahmslos von allen beteiligten Stakeholdern genutzt werden kann.
Die neue SysML v2 ändert das grundlegend, und das nicht nur kosmetisch. Sie wurde von Grund auf neu konzipiert. Mit einer präzisen, formalen Semantik, einer textbasierten Syntax und einer standardisierten API für den Zugriff auf die Modelldaten. Die bekannten Diagramme gibt es auch weiterhin, aber Visualisierungen der Modelldaten sind nicht mehr auf sie beschränkt. Das Modell-Repository wird vielmehr zum zentralen Knotenpunkt im Engineering-Prozess: einem offenen, interoperablen Marktplatz für Modelldaten, auf den Anforderungsmanagement-Tools, Simulationsumgebungen, Verifikationswerkzeuge, CAD/CAM, Sprachmodelle (LLM) und domänenspezifische Applikationen gleichermaßen zugreifen können. Und selbst das gute, alte Excel kann an ein SysML-Modell angedockt werden.
Dieser Vortrag demonstriert, was „echtes MBSE“ mit SysML v2 konkret bedeutet, und zwar praktisch. Anhand von Showcases wird vorgeführt, wie das Systemmodell zu einem Engineering-Backbone in der Entwicklungsorganisation werden kann.
Art der Vermittlung:
Vortrag mit Videoaufzeichnungen und Live-Vorführung
Nutzen:
Besucher:innen des Vortrags erkennen, dass es bei SysML v2 nicht um das "Malen" von Diagrammen geht, sondern dass der Wert für die Entwicklung in den Modellen dahinter steckt. Sie erhalten als erste Orientierung ein realistisches Bild davon, wie ein SysML-v2-basiertes Systemmodell im Engineering-Alltag über die standardisierte Schnittstelle die Disziplinen verbinden, und alle Beteiligten (Stakeholder) an einem Entwicklungsprojekt ins Boot holen kann. Durch praktische Demonstrationen – entweder als Videoaufzeichnungen oder Live im Vortrag – erlebt die Zuhörerschaft, dass das keine Zukunftsmusik ist, sondern bereits möglich ist.